Janaïna

Zweikanalvideoinstallation 17 Min. 2012
2012, Stipendienausstellung Kanton Zürich 2011,
2013 «Streulicht» Ausstellung mit Thomas Kneubühler, Ausstellungsraum Klingental Basel

Janaïnas Vater und Mutter lernten sich durch unzählige Zufälle in Brasilien
kennen und lieben. Zwanzig Jahre später findet Janaïna ihren Vater tot in einem
Schweizer Wald, liegend in einem Bach, nachdem er sich umgebracht hatte.
Diese zwei Geschichten von Freud und Leid erzählt sich Janaïna selber. Das heisst, die
eine Janaïna erzählt der anderen Janaïna die Liebesgeschichte ihrer Eltern, während die
andere Janaïna dieser Janaïna das Drama um den Selbstmord ihres Vaters erzählt.
Während die eine spricht, hört die anderer zu. Die Geschichten wechseln sich ab – einer
filmischen Parallelmontage ähnlich – ohne dass es zu einem Schnitt kommt.

Technische Angaben :
Zwei synchrone Videoprojektionen mit Ton im Loop über Eck an zwei Wände in einem Raum.
Französisch mit Deutschen Untertitel


Janaïna-leiser-Vimeo from Thomas Isler on Vimeo.


Pressestimme:
« In der Doppelprojektion «Janaïna» lässt Thomas Isler eine junge Frau die Geschichte
ihrer Eltern erzählen. Zwei Mal ist die Frau zu sehen, doch was sie erzählt, ist so doppelköpfig
wie der römische Gott Janus. Immer wieder bricht Isler den einen Erzählstrang ab und führt
den anderen fort. Steht am Ende des einen das Happy End, das Zueinanderfinden der Eltern
trotz widriger Umstände, überliefert der andere den Selbstmord des Vaters 20 Jahre später.
So wie die eine Frau an der Freude und am Schmerz der anderen Anteil nimmt, scheinen die beiden
Geschichten einander zu kommentieren. Die Intensität, mit der hier von einem Leben berichtet wird,
ist die einzige Gewähr für die Wahrheit des Berichtes. Was die Werke von Thomas Isler und
Thomas Kneubühler eint, ist ihre Auseinandersetzung mit dem Dokumentarischen,
das sich über die Mittel der Fotografie und des Films herstellt, aber auch durch diese als Illusion
ausgestellt wird.»
BAZ, 12. April 2013